Warum Erinnerungen ruhen lassen…?

Fabian Wroblowski • 14. April 2026

 „Ich ordne. Ich ruhe. Ich bin jetzt hier.

Erinnerungen sind wie Besucher: manche bleiben kurz, andere wollen länger bleiben. Ruhen lassen bedeutet nicht Vergessen, sondern ihnen einen sicheren Platz geben, an dem sie nicht ständig Aufmerksamkeit fordern. Wenn wir Erinnerungen nicht sofort bewerten oder bekämpfen, verlieren sie oft ihre Dringlichkeit. So entsteht innerer Freiraum für Gegenwart und Klarheit.
Praktische Schritte zum ruhigen Sortieren sind zum Beispiel:
Atmen und Abstand schaffen
Nimm dir bewusst 3–5 Minuten, um ruhig zu atmen, bevor du beginnst. Ein klarer Atem beruhigt das Nervensystem.
Benennen ohne Urteil
Notiere kurz, welche Erinnerung auftaucht: Was ist die Erinnerung? Wie fühlt sie sich an? Keine Analyse, nur Benennung.
Einordnen statt festhalten
Entscheide innerlich, ob die Erinnerung Pflege braucht (weiteres Nachdenken, Gespräch, Trauern) oder Ruhe braucht (sicher abgelegt werden kann).
Sicherer Ort für Erinnerungen
Stelle dir einen inneren Schrank oder eine Kiste vor: du legst die Erinnerung hinein, schließt die Tür und weißt, dass du sie später öffnen kannst.
Ritual für Abschluss
Ein kurzes Ritual (z. B. Hände auf den Bauch legen, drei tiefe Atemzüge) signalisiert deinem Körper, dass die Sortierung beendet ist.
Vielleicht hast Du Lust unsere Meditation auszuprobieren:
Geführte Meditation zum Erinnerungen ruhen lassen
Vorbereitung
Setze oder lege dich bequem. Schließe sanft die Augen. Erlaube dir, für die Dauer dieser Übung nichts anderes zu tun.
Atemankunft
Atme langsam durch die Nase ein, zähle innerlich bis vier. Halte kurz, atme aus und zähle bis sechs. Wiederhole das fünfmal.
Atem: Einatmen 1 2 3 4
Ausatmen 1 2 3 4 5 6
Scanne langsam deinen Körper von den Füßen bis zum Kopf. Nimm jede Stelle wahr, ohne etwas verändern zu wollen. Wenn du Spannung findest, atme dorthin und lass beim Ausatmen los.
Stelle dir vor, eine Erinnerung nähert sich wie ein Besucher auf einem Weg. Begrüße sie innerlich mit einem freundlichen Nicken. Sage in Gedanken: „Du darfst hier sein.“
Vor dir erscheint eine schöne, sichere Kiste. Sie ist stabil, warm und genau richtig groß. Lege die Erinnerung behutsam hinein. Schau, wie sie Platz nimmt. Schließe den Deckel mit dem Wissen: Hier ruht sie sicher.
Wenn mehrere Erinnerungen kommen, wiederhole das Einlegen. Für jene, die Pflege brauchen, markiere sie mit einem kleinen Band und lege sie in eine separate Ecke der Kiste. Für jene, die Ruhe brauchen, lege sie einfach hinein und schließe den Deckel.
Atme tief ein, spüre den Raum in deiner Brust. Sage innerlich: „Ich ordne. Ich ruhe. Ich bin jetzt hier.“ Öffne langsam die Augen und nimm einen Moment, um die Stille zu spüren.
 
Zum Abschluss: Erlaube dir Geduld. Erinnerungen sind Teil deiner Geschichte, nicht ihr Chef. Indem du ihnen einen ruhigen Platz gibst und zugleich sorgsam sortierst, schenkst du dir selbst Freiheit und Klarheit.
 
Gerne kannst Du uns kontaktieren, wenn Du Fragen hast oder vielleicht Informationen zu anderen Angeboten der Trauerzentren Rhede – Bocholt – Isselburg – Emmerich a.R. erfahren möchtest.
 
Es grüßt herzlichst
 

Fabian
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