JugendLIEBE & Späte LIEBE
Fabian Wroblowski • 26. April 2025
Wenn Erinnerungen heilsam wirken

Schwor große Worte
Und er küsste sie
und streichelte ihr Haar
Sie sprach von Träumen
Und wie gerne würde sie ihm alles glauben
Malte mit ihm Bilder
Von dem Leben, das sie sich dann beide bauten
Er traf sie wieder
Viele Jahre sind seit damals schon vergangen
Sieht in ihre Augen Und er denkt zurück -
wie hat es angefangen
Lachen trägt die Zeit
Die unvergessen bleibt Denn sie ist traumhaft schön
Lachen trägt die Zeit, die unvergessen bleibt …“
Diese Liedzeile aus einem Song von Ute Freudenberg beschreibt etwas ganz Wesentliches: Erinnerungen an die Liebe – ob jung oder alt – können zutiefst berühren. Sie sind wie ein warmer Schleier, der sich über die schmerzvolle Leere legt, wenn ein geliebter Mensch von uns geht.
JugendLIEBE – Die erste große Geschichte
Oft beginnt sie zaghaft, mit Herzklopfen, heimlichen Briefen oder langen Sommerabenden voller Träume. Und auch wenn viele dieser ersten Lieben nicht für immer halten – sie bleiben unvergessen. Manche aber tun es doch. Dann wachsen zwei Menschen miteinander, durchleben Jahrzehnte, teilen Alltag und Abenteuer. Wenn einer dieser beiden irgendwann gehen muss, reißt das eine tiefe Wunde ins Leben des anderen.
SpäteLIEBE – Wenn Herzen sich im Herbst des Lebens finden
Ebenso tiefgreifend ist die späte Liebe. Sie kommt mit einer Ruhe, einer Klarheit, einem Wissen darum, was wirklich zählt. Diese Liebe blüht oft dann auf, wenn niemand mehr damit gerechnet hat – und ist gerade deshalb so kostbar. Der Verlust eines Partners in dieser Lebensphase trifft oft besonders hart. Denn da ist nicht nur Trauer, sondern auch das Gefühl, kostbare Zeit verloren zu haben.
Erinnerungen als heilende Kraft
Liebevolle Gesten, geteilte Erlebnisse, gemeinsame Rituale – sie kommen zurück, wenn wir Menschen verlieren, die uns tief verbunden waren. Ob nach 10 Monaten oder 40 Jahren: Das, was bleibt, sind Bilder im Herzen. Erinnerungen können trösten, ein Lächeln auf die Lippen zaubern – und manchmal auch die Tränen trocknen.
Wenn aus ZWEIUNG Einsamkeit wird
Ob in einer tiefen Liebesbeziehung oder einer aufrichtigen Freundschaft: Wenn aus einem vertrauten Wir plötzlich ein Ich wird, ist das ein Einschnitt. Die Welt scheint stillzustehen, alles Wichtige rückt in den Hintergrund. Und Worte helfen oft wenig – zu groß ist das Gefühl der Leere. Was dann zählt, ist Dasein. Zuhören. Mittragen. Ein Blick, eine Umarmung, ein ehrliches „Ich bin da“ können mehr sagen als tausend Floskeln.
Wir brauchen mehr Raum für gelebte Liebe
Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft mehr Raum geben – für Trauer, für Erinnerungen, für Liebe in allen Phasen des Lebens. Dass wir Menschen sehen, die eine tiefe Verbindung verloren haben. Und dass wir ihnen mit Respekt und Liebe begegnen, statt mit hilflosen Worten oder Rückzug.
Fazit: Wer liebt, riskiert auch zu trauern – aber das ist es wert.
Denn jede Form von LIEBE – ob jung oder alt – hinterlässt Spuren. Und diese Spuren dürfen gesehen, erinnert und gehalten werden. Vielleicht sind sie genau das, was uns am Ende wieder ein Stück heilt.
🫶 Lasst uns gemeinsam erinnern, trauern – und das Leben feiern.
Herzlichst,
Euer Fabian

Der Beginn eines neuen Jahres fühlt sich oft an wie das Öffnen einer frischen neuen Seite in einem ganzen LEBENSBUCH. 2026 liegt vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt, voller Möglichkeiten, voller Wege, die wir noch nicht kennen. Und doch tragen wir in uns all das, was hinter uns liegt: Erinnerungen, Erfahrungen, Menschen, die uns geprägt haben. Erinnerungen können uns manchmal schwer werden, aber sie können auch zu einem Schatz werden. Sie zeigen uns, dass wir schon durch vieles hindurchgegangen sind, dass wir getragen wurden, dass wir gewachsen sind. Sie erinnern uns daran, dass die MACHT ÜBER UNS - welchen Namen wir ihr auch immer geben - in den vergangenen Jahren an unserer Seite war — oft leise, manchmal überraschend, immer treu - und auch im nächsten Jahr wird sie bei uns sein. Diese Zusage gilt auch heute. Hoffnung bedeutet nicht, dass alles leicht wird. Hoffnung bedeutet, dass wir nicht allein gehen. Dass das Licht schon im Morgen auf uns wartet. Dass es Wege öffnet, wo wir keine sehen. Dass es aus unseren Erinnerungen Kraft wachsen lässt und aus unseren Sorgen Frieden. Vielleicht nimmst Du in dieses Jahr 2026 Wünsche mit, vielleicht auch Fragen oder Unsicherheiten. Doch du darfst wissen: Jeder neue Tag ist ein Geschenk. Jeder Schritt kann ein Schritt in die Hoffnung sein. Und jeder Moment kann ein Ort werden, an dem wir begleitet werden und wir anderen begegnen. Möge dieses Jahr ein Jahr werden, in dem deine Erinnerungen dich stärken, deine Hoffnung dich trägt und das Licht in dir stärker leuchten wird. Ganz liebe Grüße sendet EUCH, Fabian

Zwischen den Stämmen des Waldes wanderte der Sonnenschein. Er legte sich auf das Gras, funkelte im Tropfen eines Baches, ließ die Farben lebendig werden. Sein Licht war wie ein Versprechen, ein goldenes Lied, das von Wärme und Weite erzählte. Der Schatten folgte ihm, still und beharrlich. Er füllte die Zwischenräume, legte kühle Hände auf den Boden, schuf ein Dach aus Ruhe, wo selbst das Flüstern der Blätter leiser wurde. „Ich schenke Leben“, sprach der Sonnenschein, „denn ohne mich bliebe der Wald grau und schweigend.“ „Und ich schenke Schutz“, antwortete der Schatten, „denn ohne mich verbrannten die Wurzeln, und die Tiere fänden kein Versteck.“ So gingen sie nebeneinander, manchmal im Widerstreit. Wenn der Sonnenschein stärker wurde, zog sich der Schatten zurück. Wenn der Schatten wuchs, musste das Licht sich neu behaupten. Und doch, im Spiel ihrer Bewegung, entstand ein Teppich aus Mustern, der den Boden zum Atmen brachte. Der Sonnenschein sprach: „Man lobt mich für mein Strahlen, doch manchmal erdrückt mein Glanz. Er blendet die Augen, er lässt nichts Verborgenes mehr bestehen.“ Der Schatten erwiderte: „Man fürchtet mich für mein Dunkel, doch gerade in mir wächst das Verborgene. Samen keimen in meiner Stille, Tiere finden Frieden in meinen Räumen.“ Ein Windhauch ging durch die Bäume, und in seinem Rascheln hörten beide, dass keiner von ihnen allein genügte. Der Sonnenschein wurde sichtbar, weil der Schatten ihn rahmte. Der Schatten wurde spürbar, weil das Licht ihn zeichnete. Sie hielten inne, und der Wald atmete mit ihnen. Nicht das eine gegen das andere, sondern ein Wechsel, ein Puls, ein Herzschlag aus Helligkeit und Dunkelheit. Im Zusammenspiel formte sich Ganzheit: Die Glut und die Kühle, das Offene und das Verborgene, das Strahlende und das Tragende. Kein Teil war zu viel, kein Teil war überflüssig. So blieben Sonnenschein und Schatten einander verflochten wie Stimmen eines Liedes, das den Wald erfüllt. Ein Lied aus Gegensätzen, aus Spannung und Ruhe, aus Glanz und Tiefe. Und der Wald selbst, mit all seinen Bäumen, Pfaden und Quellen, war nicht entweder Licht oder Dunkel – sondern beides zugleich. Vollständig in seiner Vielgestalt, lebendig in jedem Atemzug, getragen von Sonnenschein und Schatten. Ein Gastbeitrag von Maja

Als Familiäres Bestattungshaus bieten wir trauernden Angehörigen immer wieder Wochenend-Reisen ans Meer an. Oft werde ich nach dem ‚Warum?‘ und ‚Wofür‘ gefragt. In diesem Beitrag möchte darauf mal näher eingehen. Eines vorweg: Wohl jeder, der ein solches Wochenende mit uns erleben durfte, wird dies wie folgt beschreibe








