Werte und Geborgenheit
Emotionales Dankeschön an Oma und Opa

An manchen Tagen lege ich mich ins Gras, schließe die Augen und lasse meine Gedanken wandern. Dann höre ich das sanfte Rascheln der Halme im Wind, spüre die Wärme der Sonne auf meiner Haut und denke an die Menschen, die heute nicht mehr bei mir sind. Besonders denke ich dann an meinen Opa Arthur und meine Oma Gertrud.
Es sind Erinnerungen, die sich anfühlen wie ein warmer Sommertag. Erinnerungen voller Geborgenheit, voller Lachen und voller kleiner Augenblicke, die damals ganz selbstverständlich erschienen und heute unendlich wertvoll sind.
Opa Arthur war ein Mensch, der nicht viele große Reden hielt. Er lebte seine Werte einfach vor. Wenn er sagte, dass etwas um acht Uhr begann, dann war er um Viertel vor acht da. Von ihm lernte ich, dass Pünktlichkeit nicht bedeutet, auf die Uhr zu schauen, sondern Respekt vor anderen Menschen zu haben. Sein Wort hatte Gewicht. Was er versprach, das hielt er. Ehrlichkeit war für ihn keine Tugend, die man gelegentlich hervorholte, sondern die Grundlage des Lebens.
Oma Gertrud hatte eine ganz besondere Gabe. Sie schaffte es, dass sich jeder willkommen fühlte. Ihre Küche war voller Düfte, ihre Arme voller Wärme und ihr Herz voller Liebe. Von ihr lernte ich Mitgefühl und Fürsorge. Sie zeigte mir, dass man Menschen zuhören sollte, bevor man urteilt, und dass Freundlichkeit niemals umsonst ist. Sie wusste, dass ein liebevolles Wort manchmal mehr bewirken kann als die besten Ratschläge.
Gemeinsam waren sie ein wunderbares Team. Sie lehrten nicht durch strenge Regeln, sondern durch ihr eigenes Leben. Sie zeigten, wie wichtig Zusammenhalt in einer Familie ist. Sie lebten Bescheidenheit, ohne auf Freude zu verzichten. Sie lehrten Dankbarkeit für die kleinen Dinge. Für einen sonnigen Tag. Für ein gutes Gespräch. Für ein gemeinsames Essen am Tisch.
Bei ihnen lernte ich, Verantwortung zu übernehmen. Wenn eine Aufgabe begonnen wurde, wurde sie auch zu Ende gebracht. Wenn jemand Hilfe brauchte, war man füreinander da. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Fleiß und Respekt waren keine Worte aus einem Buch, sondern Werte, die jeden Tag gelebt wurden.
Wenn ich heute im Gras liege und den Himmel betrachte, sehe ich manchmal ihre Gesichter vor mir. Ich höre Opa Arthurs ruhige Stimme und Omas herzliches Lachen. Dann wird mir bewusst, wie reich ich beschenkt wurde. Nicht mit Geld oder materiellen Dingen, sondern mit etwas viel Wertvollerem: mit Liebe, Zeit und einem festen Fundament fürs Leben.
Meine Großeltern haben mir gezeigt, wie man ein guter Mensch sein kann. Sie haben mich gelehrt, aufrichtig zu sein, Verantwortung zu übernehmen, anderen mit Respekt zu begegnen und nie zu vergessen, woher man kommt. Ihre Spuren sind nicht verschwunden. Sie leben in den Geschichten weiter, die ich erzähle, in den Entscheidungen, die ich treffe, und in den Werten, die sie mir mitgegeben haben.
Und während das Gras unter mir wächst und der Wind leise darüber streicht, fühlt es sich manchmal an, als wären Opa Arthur und Oma Gertrud gar nicht so weit weg. Dann erfüllt mich nicht nur Trauer über ihren Verlust, sondern vor allem tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass ich das Glück hatte, von zwei so wundervollen Menschen begleitet zu werden. Menschen, deren Liebe noch heute in meinem Herzen weiterlebt.
Danke Oma und Opa!
Es grüßt herzlichst,
Euer Fabian










